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Krank zum Training? Warum Vereine jetzt lieber einmal mehr absagen sollten

Die Erkältungswelle nimmt Fahrt auf. Wann sollten Mitglieder zu Hause bleiben, wann Veranstaltungen verschoben werden – und wie verhindert man, dass nach einem Vereinsabend plötzlich die halbe Mannschaft krank ist?

Die Erkältungswelle nimmt Fahrt auf. Immer mehr Menschen husten, schniefen oder fallen krankheitsbedingt aus. Doch was bedeutet das eigentlich für Vereine? Wann sollten Mitglieder zu Hause bleiben, wann sollten Veranstaltungen verschoben werden – und wie verhindert man, dass nach einem Vereinsabend plötzlich die halbe Mannschaft krank ist?

Es ist wieder diese Jahreszeit.

Der Trainer meldet sich krank. Drei Kinder fehlen beim Training. Der Kassenwart liegt mit Fieber im Bett. Und bei der letzten Vorstandssitzung wurde mehr gehustet als diskutiert.

Trotzdem hört man im Vereinsleben immer wieder denselben Satz:

„Ach, ist doch nur eine Erkältung. Ich komme trotzdem.“

Schließlich möchte niemand seine Mannschaft hängen lassen, eine Probe verpassen oder kurzfristig eine Veranstaltung absagen.

Das ist verständlich.

Aber vielleicht ist genau diese Einstellung ein Teil des Problems.

Denn wenn viele Menschen eng zusammenkommen, können sich Infektionen besonders leicht verbreiten.

Und gerade im Ehrenamt sollte eigentlich eine einfache Regel gelten:

Niemand muss krank werden, nur damit der Vereinsbetrieb irgendwie weiterläuft.

Die aktuelle Erkältungswelle: Was sagt das Robert Koch-Institut?

Die Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass die Atemwegserkrankungen in Deutschland seit mehreren Wochen wieder zunehmen.

In der 39. Kalenderwoche 2026 lag die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen bereits auf einem moderaten Niveau.

Das RKI spricht dabei von einem für diese Jahreszeit üblichen Anstieg.

Besonders verbreitet sind derzeit klassische Erkältungsviren, vor allem Rhino- und Parainfluenzaviren.

Die Aktivität von Influenza, RSV und SARS-CoV-2 ist aktuell dagegen noch niedrig, auch wenn bei Grippe und Corona erste leichte Anstiege erkennbar sind.

Es wäre deshalb übertrieben, bereits von einer schweren Grippewelle zu sprechen.

Aber die Herbst-Erkältungssaison ist eindeutig angekommen.

Und damit wird das Thema auch für Vereine wieder aktuell.

Quelle: Robert Koch-Institut, ARE-Bericht zur 39. Kalenderwoche 2026.

Warum Vereine besonders betroffen sein können

Vereine leben davon, dass Menschen zusammenkommen.

Genau das macht sie so wertvoll.

Aber genau darin liegt bei ansteckenden Erkrankungen auch eine Herausforderung.

Beim Fußballtraining gibt es engen Körperkontakt.

In Tanzgruppen und Karnevalsvereinen trainieren viele Menschen gemeinsam in geschlossenen Räumen.

Im Chor wird gesungen.

Bei Vorstandssitzungen sitzt man längere Zeit nebeneinander.

Bei Vereinsfesten treffen viele Menschen auf begrenztem Raum zusammen.

Dazu kommen Umkleidekabinen, Gemeinschaftsräume, Fahrgemeinschaften und Vereinsfahrten.

All das gehört zum normalen Vereinsleben.

Es bedeutet nicht, dass solche Aktivitäten grundsätzlich gefährlich sind.

Aber wenn jemand mit einer akuten Atemwegsinfektion teilnimmt, kann daraus schnell ein Problem für mehrere Mitglieder werden.

Das RKI weist ausdrücklich darauf hin, dass enge Kontakte auch bei vergleichsweise leichten Symptomen zu einer Übertragung führen können. Das gilt besonders bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, etwa beim gemeinsamen Singen oder Feiern.

„Ich bin nur ein bisschen erkältet“ – sollte man trotzdem kommen?

Hier gibt es eine recht klare Empfehlung.

Das Robert Koch-Institut rät Menschen mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion, drei bis fünf Tage und bis zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause zu bleiben.

In dieser Zeit sollten direkte Kontakte möglichst vermieden werden.

Das gilt insbesondere gegenüber Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Wer also hustet, Halsschmerzen hat, sich abgeschlagen fühlt oder Fieber entwickelt, sollte nicht aus Pflichtgefühl zum Vereinsabend erscheinen.

Dabei geht es nicht darum, aus jedem Schnupfen ein Drama zu machen.

Sondern darum, Rücksicht zu nehmen.

Ein verpasstes Training ist meistens problemlos aufzuholen.

Ein Infekt, der sich in der gesamten Gruppe verbreitet, kann dagegen den Vereinsbetrieb über mehrere Wochen beeinträchtigen.

Beim Sport ist besondere Vorsicht sinnvoll

Für Sportvereine kommt noch ein weiterer Punkt hinzu.

Wer krank ist und trotzdem trainiert, gefährdet möglicherweise nicht nur andere.

Auch für den eigenen Körper kann die Belastung problematisch sein.

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt bereits bei leichten Infektsymptomen wie Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen eine Trainingspause.

Bei Fieber oder Gliederschmerzen ist Sport tabu.

Denn Infektionen können in seltenen Fällen auch das Herz betreffen. Eine mögliche Komplikation ist die Herzmuskelentzündung, die sogenannte Myokarditis.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jede Erkältung zu einer Herzmuskelentzündung führt.

Aber es zeigt, warum der Satz „Schwitz es einfach raus“ keine gute Empfehlung ist.

Auch die Rückkehr zum Training sollte nicht überstürzt werden.

Wer wieder beschwerdefrei und im Alltag belastbar ist, sollte zunächst mit leichter Belastung beginnen und diese langsam steigern. Nach schwereren Verläufen oder anhaltenden Beschwerden ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Gerade Trainer sollten hier eine klare Haltung zeigen.

Niemand sollte das Gefühl bekommen, sich krank beweisen zu müssen.

Und was gilt für Kinder und Jugendliche?

Gerade im Kinder- und Jugendsport ist die Situation manchmal schwierig.

Ein Kind möchte unbedingt zum Training.

Die Eltern haben den Nachmittag bereits organisiert.

Am Wochenende steht ein wichtiges Turnier an.

Und eigentlich geht es dem Kind doch schon wieder etwas besser.

Trotzdem sollten Vereine darauf achten, dass erkrankte Kinder nicht zu früh wieder am Training teilnehmen.

Dabei hilft eine klare und einheitliche Kommunikation.

Wenn ein Verein offen vermittelt, dass Krankheit ein völlig akzeptierter Grund für eine Absage ist, nimmt er Druck von Kindern und Eltern.

Dazu gehört auch:

  • Keine Vorwürfe wegen krankheitsbedingter Ausfälle.
  • Kein Druck durch Trainer oder Mannschaft.
  • Keine Benachteiligung, weil jemand aus gesundheitlichen Gründen pausiert.
  • Eine Rückkehr erst dann, wenn das Kind wieder ausreichend gesund und belastbar ist.

Eine vernünftige Krankheitsregel ist deshalb auch ein Teil guter Jugendarbeit.

Was passiert, wenn plötzlich mehrere Mitglieder ausfallen?

Stellen wir uns einen typischen Vereinsabend vor.

Eine Tanzgruppe hat 18 Mitglieder.

Drei sind krank.

Zwei weitere haben Erkältungssymptome.

Eine Trainerin fühlt sich seit dem Morgen ebenfalls nicht gut.

In vielen Vereinen beginnt jetzt die Diskussion:

„Ziehen wir das heute trotzdem durch?“

Vielleicht wäre die bessere Frage:

„Was gewinnen wir eigentlich dadurch?“

Natürlich muss nicht jede Veranstaltung abgesagt werden, sobald ein Mitglied erkrankt.

Aber wenn mehrere Menschen betroffen sind, lohnt sich eine ehrliche Abwägung.

Manchmal ist es sinnvoller:

  • das Training ausfallen zu lassen,
  • eine Probe zu verschieben,
  • eine Vorstandssitzung digital durchzuführen,
  • die Teilnehmerzahl zu reduzieren,
  • das Programm anzupassen.

Damit schützt man nicht nur die übrigen Mitglieder.

Man vermeidet unter Umständen auch, dass beim nächsten Termin noch mehr Menschen fehlen.

Auch das Vereinsfest braucht einen Plan B

Besonders kritisch wird es, wenn eine größere Veranstaltung bevorsteht.

Das Oktoberfest ist vorbereitet.

Der Saal ist gebucht.

Getränke und Essen wurden bestellt.

Der Aufbauplan steht.

Und dann meldet sich plötzlich die Hälfte der Helfer krank.

Natürlich möchte niemand in dieser Situation absagen.

Aber Vereine sollten vermeiden, kranke Ehrenamtliche aus organisatorischer Not heraus zum Mitmachen zu bewegen.

Besser ist es, bereits im Vorfeld einen einfachen Plan B zu haben.

Beispielsweise:

  • Wer kann wichtige Aufgaben kurzfristig übernehmen?
  • Welche Programmpunkte können entfallen?
  • Können Aufgaben auf mehrere Personen verteilt werden?
  • Welche Mindestbesetzung wird benötigt?
  • Ab wann ist eine Veranstaltung organisatorisch nicht mehr sinnvoll durchführbar?

Gerade kleine Vereine hängen häufig an wenigen besonders engagierten Menschen.

Wenn diese ausfallen, steht schnell das gesamte Konzept infrage.

Das ist allerdings nicht nur ein Gesundheitsproblem.

Es ist auch eine Frage der Vereinsorganisation.

Krank am Getränkestand oder in der Küche? Keine gute Idee!

Ein besonders wichtiger Bereich ist die Verpflegung.

Bei Vereinsfesten wird gekocht, gegrillt, ausgeschenkt und Essen ausgegeben.

Hier geht es nicht nur um Erkältungen.

Auch Magen-Darm-Infektionen können zum Problem werden.

Noroviren beispielsweise sind hoch ansteckend. Sie können über kleinste Spuren von Erbrochenem oder Stuhl übertragen werden, unter anderem über Hände und Oberflächen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt deshalb, während einer entsprechenden Erkrankung keine Speisen für andere zuzubereiten.

Für bestimmte Tätigkeiten im Lebensmittelbereich gelten darüber hinaus gesetzliche Tätigkeitsverbote und besondere Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Arbeit.

Bei ansteckendem Erbrechen oder Durchfall sollten betroffene Helfer deshalb keinesfalls einfach weiter am Grill oder Buffet eingesetzt werden.

Als praktische Vorsichtsregel ist es sinnvoll, auch nach Abklingen solcher Beschwerden mindestens 48 Stunden besonders auf Abstand zu gemeinschaftlicher Essenszubereitung und engeren Kontakten zu achten. Die jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen sind zusätzlich zu beachten.

Ein Vereinsfest ist wichtig.

Die Gesundheit der Gäste und Helfer ist wichtiger.

Fünf einfache Regeln für die Erkältungszeit

Vereine brauchen kein kompliziertes Hygienekonzept für jede Vorstandssitzung.

Oft reichen einige einfache Grundsätze.

1. Krankheit ist ein akzeptierter Absagegrund

Wer krank ist, bleibt zu Hause.

Ohne schlechtes Gewissen und ohne Rechtfertigungsdruck.

2. Räume regelmäßig lüften

Gerade bei Proben, Sitzungen und Trainings in geschlossenen Räumen ist ausreichendes Lüften sinnvoll.

3. Auf Händehygiene achten

Waschmöglichkeiten, Seife und gegebenenfalls Desinfektionsmittel sollten verfügbar sein.

4. Ersatz für wichtige Funktionen einplanen

Veranstaltungen sollten möglichst nicht davon abhängen, dass eine bestimmte Person unbedingt erscheinen muss.

5. Rücksicht statt Gruppendruck

Wer absagt, schützt möglicherweise viele andere.

Das sollte im Verein anerkannt und nicht kritisiert werden.

Muss der Verein wissen, woran jemand erkrankt ist?

Nein, normalerweise nicht.

Für die gewöhnliche Organisation eines Trainings, einer Probe oder einer Versammlung reicht die Information, dass jemand krankheitsbedingt nicht teilnehmen kann.

Der Vorstand muss dafür nicht automatisch wissen, ob ein Mitglied Corona, Influenza oder eine andere Erkrankung hat.

Gesundheitsdaten sind besonders schützenswerte personenbezogene Informationen.

Vereine sollten deshalb möglichst sparsam mit solchen Angaben umgehen.

In einer Teilnehmerübersicht reicht beispielsweise:

„Abgesagt“

oder

„Krankheitsbedingt verhindert“

Eine Liste mit konkreten Diagnosen ist für die normale Terminorganisation weder sinnvoll noch erforderlich.

Etwas anderes kann in besonderen Situationen gelten, wenn gesetzliche Melde- oder Schutzpflichten greifen. Diese sollten dann gezielt und unter Beachtung des Datenschutzes erfüllt werden.

Gute Kommunikation verhindert unnötige Diskussionen

Viele Probleme entstehen, weil ein Verein seine Erwartungen nie klar ausgesprochen hat.

Der eine Trainer erwartet, dass Kinder selbst mit Schnupfen erscheinen.

Der andere schickt sie sofort nach Hause.

Ein Vorstandsmitglied sagt grundsätzlich jede Sitzung ab, sobald es krank ist.

Ein anderes kommt selbst mit Fieber, weil es sich verantwortlich fühlt.

Hier helfen einheitliche Regeln.

Ein Verein könnte beispielsweise kommunizieren:

Gesundheit geht vor. Wenn ihr krank seid oder deutliche Erkältungssymptome habt, bleibt bitte zu Hause und sagt eure Teilnahme frühzeitig ab. Ihr müsst euch dafür nicht rechtfertigen. So schützen wir uns gegenseitig und sorgen dafür, dass unser Vereinsleben auch in der Erkältungszeit möglichst zuverlässig weiterlaufen kann.

Das ist weder dramatisch noch übertrieben.

Es ist einfach vernünftig.

Digitalisierung hilft, wenn plötzlich alles anders läuft

Gerade in der Erkältungszeit zeigt sich übrigens, wie wichtig zuverlässige Kommunikation im Verein ist.

Ein Training fällt kurzfristig aus.

Die Probe beginnt eine Stunde später.

Die Mitgliederversammlung wird verschoben.

Ein Trainer muss ersetzt werden.

Wer solche Informationen über mehrere WhatsApp-Gruppen, private Nachrichten und E-Mails verteilt, erreicht möglicherweise nicht alle rechtzeitig.

Mit einer zentralen Vereinsorganisation lassen sich Termine und Änderungen deutlich übersichtlicher verwalten.

Genau hier setzt Vereinsheld an.

Mitglieder können sich zu Terminen an- oder abmelden, Nachrichten lassen sich zentral kommunizieren und Verantwortliche behalten den Überblick.

Das ersetzt keine Rücksichtnahme.

Aber es sorgt dafür, dass eine kurzfristige krankheitsbedingte Absage nicht automatisch im organisatorischen Chaos endet.

Ehrenamt bedeutet nicht, immer funktionieren zu müssen

Vielleicht steckt hinter dem Thema noch ein grundsätzliches Problem.

Im Ehrenamt gibt es häufig Menschen, die sich für alles verantwortlich fühlen.

Sie organisieren Veranstaltungen.

Sie kümmern sich um Mitglieder.

Sie beantworten Nachrichten.

Sie machen den Aufbau.

Sie schließen abends die Halle ab.

Und wenn sie krank werden, kommen sie trotzdem.

Weil es sonst niemand macht.

Das ist auf den ersten Blick beeindruckend.

Auf den zweiten Blick ist es allerdings ein Warnsignal.

Ein gut organisierter Verein muss auch dann funktionieren können, wenn einzelne Menschen ausfallen.

Das bedeutet:

Aufgaben verteilen.

Vertretungen schaffen.

Informationen zentral halten.

Verantwortung abgeben.

Und akzeptieren, dass auch besonders engagierte Menschen manchmal einfach krank sind.

Niemand sollte für seine Zuverlässigkeit die eigene Gesundheit riskieren müssen.

Fazit

Die Erkältungssaison 2026 hat begonnen. Das Robert Koch-Institut meldet steigende Atemwegserkrankungen, bislang vor allem durch typische Erkältungsviren.

Für Vereine ist das kein Grund zur Panik.

Aber ein guter Anlass, die eigenen Gewohnheiten zu überdenken.

Muss das Training wirklich stattfinden, obwohl mehrere Menschen krank sind?

Muss der Kassenwart mit Fieber zur Vorstandssitzung?

Muss der Helfer trotz Magen-Darm-Beschwerden am Getränkestand stehen?

Und ist eine krankheitsbedingte Absage wirklich ein Problem – oder einfach ein Zeichen von Verantwortung?

Vereinsleben bedeutet Gemeinschaft.

Gemeinschaft bedeutet aber auch, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Deshalb sollte in jedem Verein eine einfache Regel gelten:

Lieber einmal eine Probe verpassen, als die halbe Gruppe anzustecken.

Denn das Ehrenamt ist wichtig.

Aber niemand ist so unverzichtbar, dass er krank erscheinen muss.

Absagen ohne Chaos

Zu- und Absagen für Termine, zentrale Nachrichten und der Überblick für Verantwortliche – damit eine kurzfristige Absage nicht im Organisationschaos endet.

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Quellen